Aktuelles




Ausstellung im Dom "Frauen der Reformation"

Von wenigen prominenten Vertreterinnen wie Katharina von Bora, der „Lutherin“ abgesehen, ist über Frauen der Reformationszeit wenig bekannt. Und doch haben sie sich an der Seite ihrer Männer klar positioniert und die Sache der Reformation mit getragen und vorangebracht. Sie trafen mutige und unkonventionelle Entscheidungen, agierten mit pragmatischem Weitblick und Gespür für die Möglichkeiten ihrer Zeit. Elisabeth von Dänemark, Herzogin zu Mecklenburg-Güstrow ist eine von ihnen, die sich mit aller Kraft und im Gottvertrauen für ihr Land einsetzte.  Herzogin Elisabeth ist Ausgangspunkt der thematischen Schwerpunktsetzung einer Wanderausstellung, die bis zum 27. August in Güstrow im Dom zu sehen ist. Sie hat als protestantisch agierende Landesherrin aus dänischem Königshaus an der Seite ihres Mann, Herzog Ulrich, den Güstrower Dom zur protestantischen Hofkirche umgestalten lassen und damit vor dem Verfall gerettet. Ihrem tatkräftigen Glaubenszeugnis entstammen nachweislich auch vielfältige soziale Projekte. 

Die Ausstellung, mit der eine erste Perspektive auf das Reformationsgedenken in 2017 zur Geltung kommen soll, wurde vom Frauenwerk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland konzipiert. Neben konkreten Porträts einzelner Frauen werden Themen und Fragen aufgezeigt, die auch uns aktuell herausfordern können. Vorgestellt werden z.B. Anna von Dänemark, Kurfürstin von Sachsen, Catharina Mosbach, die Ehefrau eines Superintendenten oder Florentina von Oberweimar, eine entflohene Nonne.

Der Dom ist montags bis sonnabends von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Vorverkauf hat an der Theaterkasse begonnen

"Katharina Lutherin zu Wittenberg"
Szenische Darstellung des ungewöhnlichen
Schicksals der Katharina von Bora, die als
Luthers Frau in die Weltgeschichte einging.

Von und mit Mirjana Angelina

3. September 2016 16 Uhr im Theater von Güstrow

Karten sind bis 22. Juli an der Theaterkasse erhältlich und ab 25. Juli im Büro der Domgemeinde (geöffnet Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr), Philipp-Brandin-Straße 5,  Tel.: 03843 / 682 433; guestrow-dom@elkm.de für 8 Euro.
Wer zum Wallensteinfest kommt kann eine vergünstigte Karte zu 4,-€ direkt vor Ort erwerben.

 

Wir machen aufmerksam auf das Bischofswort zur Wahl

Gemeinsames Bischofswort der Evangelischen und Katholischen Kirche zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Schwestern und Brüder,
am 4. September 2016 sind Sie, die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern, aufgerufen, den neuen Landtag zu wählen.
Die Wahl erfolgt vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Herausforderungen: Nach wie vor gibt es in unserem Bundesland erhebliche soziale Probleme. Unter anderem müssen die Folgen der demographischen Entwicklung so gestaltet werden, dass ein auskömmlicher Lebensstandard und gute Lebensbedingungen bis ins hohe Alter gewährleistet bleiben. Zusätzlich suchen viele Menschen in unserem Land Zuflucht, häufig, weil Krieg und Not sie aus ihrer Heimat vertrieben haben. Ihnen eine neue Heimat zu geben und sie zu integrieren, fordert uns besonders heraus. In diesem Zusammenhang nehmen wir wahr, dass sich viele um die kulturelle Identität und den sozialen Frieden in unserem Land sorgen. Die Zahl der Menschen nimmt zu, die den Eindruck haben, nicht gehört und verstanden zu werden. Es scheint das Gefühl zu wachsen: Nächstenliebe für alle, das können wir uns nicht mehr leisten. Bedrohungsgefühle wandeln sich zu Wut. Darauf müssen wir überzeugende Antworten finden, die zusammen führen und nicht spalten.
Dabei sind vermeintliche Lösungen, die die parlamentarische Demokratie, den Rechtsstaat oder die Grundrechte in Frage stellen, für Christinnen und Christen nicht akzeptabel und Parteien, die solches vorschlagen, nicht wählbar. Wer trotz der eigenen Freude über den Mauerfall vor 27 Jahren heute wieder neue Mauern errichten will und wehrlose Flüchtlinge, die sich in einer existentiellen Not befinden, mit Gewalt aus Europa fernhalten will, bewegt sich nicht im Rahmen christlicher Prinzipien.
Bitte prüfen Sie aufmerksam die Wahlprogramme der Parteien. Solidarität, Weltoffenheit und das Eintreten für ein friedliches Miteinander sind ein Maßstab für die Wahl einer Politikerin, eines Politikers. Als Christen sollten wir politische Positionen und Stellungnahmen im Lichte des Evangeliums und unseres Glaubens beurteilen. Dabei geht es uns als Kirche um zentrale Fragen: Achten die Parteien Menschenwürde und Menschenrechte eines jeden Menschen - unabhängig von Herkunft, Leistung, Religion oder Hautfarbe? Wie stehen die Parteien zur Abwertung oder Ausgrenzung anderer Menschen, wie zu Hass und Fremdenfeindlichkeit, Haltungen, die unser Glaube ausschließt?
Für uns gilt grundsätzlich: Das Kreuz verweist auf Jesus, der trennende Barrieren zwischen Menschen überwunden hat. Für ihn gab es keine Grenzen, wenn es um Schwache und Elende ging. Jesus ist Fremden vorurteilsfrei begegnet und hat sie in seine Gemeinschaft aufgenommen. Gemeinsam mit unseren Partnern im interreligiösen Dialog setzen wir uns für ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Weltanschauung ein. Die Freiheit der öffentlichen Religionsausübung ist ein Menschenrecht. Wie alle Menschenrechte ist diese Freiheit unteilbar. Wir fordern diese Freiheit für Christen in islamischen Ländern und sind deswegen selbstverständlich auch bereit, für das Recht muslimischer Mitbürger bei uns einzutreten.
Bei der Landtagswahl geht es um die wichtige Frage: Wer soll in Zukunft mit welchen Werten unser Bundesland gestalten und regieren? Darum bitte wir Sie: Nutzen Sie Ihr Stimmrecht! Gehen Sie zur Landtagswahl und bestimmen Sie mit über die Zusammensetzung und die Mehrheiten im Landtag! Ermuntern Sie auch die Menschen in Ihrer Umgebung, an dieser Wahl teilzunehmen! Wir ermutigen besonders die jungen Menschen, die zum ersten Mal zur Wahl aufgerufen sind, ihrer politischen Meinung mit der Abgabe ihrer Stimme Gewicht zu geben.
Schließlich möchten wir den Abgeordneten danken, die in dieser Legislaturperiode Verantwortung für das Land Mecklenburg-Vorpommern getragen und sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit eingesetzt haben.

gez.
Dr. Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg
Gerhard Ulrich, Landesbischof
Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin
Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Bischof
Dr. Andreas von Maltzahn, Bischof

 

HINWEIS: Alle Termine der Kirchenkonzerte erfahren Sie über www.guestrower-kantorei.de